Wissenswertes zu Körperpflege und Kosmetik

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Archiv | „Eiszeit“ – süß, sauer, kalt… Zahnschmerzen

„Eiszeit“ – süß, sauer, kalt… Zahnschmerzen

10. Juni 2020 | Zahnerkrankungen

Typische Sommerfreude … Lust auf ein erfrischendes Eis. Beim Verzehr eiskalter Gaumenfreuden entsteht bei manchem Genießer ein stechender Zahnschmerz. Auslöser sind meist überempfindliche Zähne. Schmerzempfindliche Zähne (Dentinhypersensitivität) sind weit verbreitet – fast die Hälfte der Erwachsenen kennt dieses Problem. Die Betroffenen reagieren mit einem scharfen Schmerzreiz auf eigentlich normale äußere Einflüsse wie Berührung oder süß, sauer, heiß oder kalt.

Eine der Hauptursachen ist die Zurückbildung des Zahnfleisches, z. B. infolge von entzündlichen Erkrankungen des Zahnfleisches, was zu einer Freilegung der Zahnhälse führt, die nicht von einer schützenden Schmelzschicht umgeben sind. Eine weitere Ursache kann die säurebedingte Zahnerosion sein.

Daneben spielen auch das Zahnputzverhalten sowie die Zahnputztechnik eine Rolle bei der Entstehung überempfindlicher Zähne. Wird mit zu viel Druck der Zahnbürste geputzt, die falsche Putztechnik angewandt oder eine zu harte Zahnbürste benutzt, können Zahnfleisch und -schmelz geschädigt werden (putzbedingte Zahnerosion). In allen Fällen kommt es zu einer Freilegung des empfindlichen Zahnbeins (Dentin).

Das Dentin ist durchzogen von unzähligen, feinsten Kanälchen, den Dentintubuli, die eine direkte Verbindung zur Pulpa, umgangssprachlich auch „Zahnnerv“ genannt, haben. Sind die Dentintubuli offen zugänglich, entsteht eine direkte Verbindung der Pulpa zur „Außenwelt“. Äußere Reize wie Berührung, Kälte, Hitze, Süßes oder Saures werden über die flüssigkeitsgefüllten Tubuli direkt an den Zahnnerv weitergeleitet. Die Folge ist ein heftiger, stechender Schmerz, der aber meist schnell abklingt, wenn der Reiz vorüber ist.

Eine angepasste und schonende Mundhygiene ist bei schmerzempfindlichen Zähnen von ganz entscheidender Bedeutung. Zahnmediziner empfehlen heute den Betroffenen die Verwendung einer weichen Zahnbürste, eine veränderte Zahnputztechnik (kein horizontales Hin- und Herschrubben und kein starker Druck beim Zähneputzen) sowie eine Zahncreme mit geringem Abrieb und speziellen Inhaltsstoffen, die desensibilisierend wirken oder die Reizleitung unterbrechen, indem sie die Dentinkanälchen mit einer Art Deckschicht verschließen. In schweren Fällen von Dentinhypersensitivität kann der Zahnarzt die Oberflächen der freiliegenden Zahnhälse mit einem Kunststoffmaterial versiegeln.

Zahnpflege bei sensiblen Zähnen

Zur Reduktion der Schmerzempfindlichkeit werden neben den Fluoriden, denen eine gewisse desensibilisierende Wirkung zugeschrieben wird, andere Inhaltsstoffe eingesetzt, die entweder einen direkten Einfluss auf die Reizleitung ausüben und die Reaktion der Zahnnerven auf schmerzhafte Reize vermindern, z. B. verschiedene Kaliumsalze wie Kaliumnitrat (INCI: Potassium Nitrate), oder die offenen Dentintubuli durch Ausfällungen oder Verstopfungen (Okklusion) verschließen, sodass die entsprechenden Reize nicht mehr in das Zahninnere weitergeleitet werden können. Dazu gehören Wirkstoffe wie Strontium-Salze, Zinn-Salze, Natriumcitrat, Hydroxylapatite, Arginin mit Calciumcarbonat, Caseinphosphopeptid / amorphes Calciumphosphat oder auch bestimmte Kieselgele (amorphes Siliciumdioxid).

Da diese Substanzen gleichzeitig die Remineralisierung, insbesondere im Bereich der freiliegenden Zahnhälse, fördern, schützen sie so nicht nur vor Schmerzempfindlichkeit, sondern helfen auch bei der Kariesprophylaxe. Der beste Erfolg gegen schmerzempfindliche Zähne ist durch regelmäßige, langfristige Anwendung der Produkte zu erzielen.

Produkte mit okklusiv wirkenden Inhaltsstoffen (z. B. Arginin / Calciumcarbonat) werden auch zur „Sofort-Linderung“ angeboten. Das Produkt wird dabei aus einem Stift-Applikator oder durch Einreiben der Paste mit dem Finger direkt auf den betroffenen Zahn gebracht.

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